Friesenstrand kein Sandstrand?

Friesenstrand kein Sandstrand?
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Warum der Friesenstrand kein Sandstrand ist!

Im Nordseebad Tossens gibt es seit über hundert Jahren die Möglichkeit, sich am Nordseestrand in die Fluten zu stürzen. Schon früh hat man die Chance gesehen und Gäste mit Umkleiden und Gastronomie an die Küste gelockt. In all den nunmehr 100 Jahren hat sich viel getan. Aber eines ist geblieben. Der Strand in Tossens ist kein Sandstrand. Von einer kleinen Ecke mal abgesehen, die man bei Ebbe am Rand erkennen kann:

Foto: Martina Nolte, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19456226

Möglicherweise konstruiert man durch die kleine Ecke Sand in der Ecke bei Ebbe und der Tatsache, dass nur der Betonweg zwischen Sandbereich und Wasser bei Flut liegt, das Recht zur Benennung als Sandstrand. Auf dem Bild oben, sieht man grau die Steine zwischen Wasser und Grün-/Sandfläche, die abschüssig zum Wasser führt. Bei Flut liegt auf ca. 20 Metern Breite nur ein circa 1,50 Meter breiter geteerter Weg zwischen Sand und Wasser. Wenn Urlauber einen Sandstrand im Kopf haben, sehen solche Bilder im Kopf sicherlich anders aus. Doch wie kam es dazu?

Entwicklung des Strandes

Die Ideen, wie man den Strand in Tossens weiter nutzen könnte, kamen nach dem zweiten Weltkrieg. Camping, Zelten und mit dem Wohnanhänger runter nach Italien? Warum nicht auch an die deutsche Nordseeküste? Erste Zeltplätze, später Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und heute sogar mobile kleine Ferienhäuser die im Winter weggerollt werden können, kamen hinzu.

Spezielle Kundengruppen wurden angesprochen. WC Anlagen und Wattmobile für Menschen mit Behinderungen wurden ergänzt. Man hat neben den Kindern, die mit immer wieder neuen Spielgeräten gelockt werden, dem Strand auch gleich einen Themennamen gegeben: Friesenstrand. Das nicht alle Friesen gleich Piraten sind, darf nicht weiter stören. Friesenstrand hört sich eben regional an. Denn Piratenstrände gibt es ja schon wo anders. Denkt man z.B. an Störtebeker und die Ostsee. Nun werden auch noch Babys als Zielgruppe erkannt. Deutschlands „erster Babystrand“ wurde marketingtechnisch eingeweiht. Das aber auch dieser „Strand“ keinen Zugang zur Nordsee hat, sondern eher ein Sandkasten hinter Glas ist, muss man auch nicht so eng sehen.

Was fehlt noch gleich? Ach ja: Sand!

Das Problem mit dem Sand sind Ebbe und Flut, aber auch die Herbststürme und damit verbundene Erdbewegungen. Sand bleibt halt nicht liegen, wenn der Tidenhub zu stark ist oder Sturmfluten bis an die Deichkrone schlagen.

Somit kann man eben nur Sand im Frühjahr anfahren und auf der Fläche aufbringen, wo bei normalem Tidehub die Nordsee nicht hin kommt. Dazu hat man sich ein cleveres Konzept eines Themenstrandes ausgedacht, der großflächig Sand beinhaltet. Das Konzept ging auf, der Friesenstrand wird von den Besuchern durchweg als positiv angenommen.

Aktuell bekommt der Friesenstrand 4,5 Sterne bei über 200 Bewertungen. Schlechte Bewertungen wie diese, muss man schon suchen:

Sortiert man die Bewertungen nach „höchste Bewertungen“, kommen auch schon mal solche Antworten heraus:

Quelle: Google.de

So gesehen haben die Strandentwickler alles richtig gemacht. Nur schade, das man bei der Werbung nicht ein wenig klarer ist. So werden auf der Seite der gemeindeeigenen Tourismusgesellschaft und der Seite des übergeordneten Marketingverbundes jeweils vom Sandstrand gesprochen. In unserem Eintrag zum Friesenstrand Tossens schreiben wir „Da Tossens naturbedingt keinen Sandstrand hat, wurde dem Küstenstreifen vorgelagert ein großer Sandbereich künstlich aufgeschüttet.“.

Das ließt sich auf der Seite der Tourismus-Service Butjadingen leider anders:

Quelle: https://www.butjadingen.de/reisefuehrer/baden-und-straende-an-der-nordsee/friesenstrand-tossens

Auch auf der Seite der Dachmarketingorganisation „Die Nordsee“ heißt es:

Sandstrand in Cuxhaven

Sicherlich ist es ein wichtiges Argument, einen Sandstrand in seinem Nordseeurlaub zu haben. Wenn man sich aber einen Sandstrand vorstellt, dann wahrscheinlich eher wie in Cuxhaven. Auf unserer Partnerseite Nordseefinder.de haben wir dazu einen Beitrag zu den Stränden in Cuxhaven geschrieben. Das Titelbild zum Beitrag, zeigt das Wahrzeichen: die Cuxhavener Kugelbake und einen Sandstrand, wie man ihn sich als Urlauber vorstellt, wenn man von einem Sandstrand an der Nordsee spricht:

Spielplatz und Kinderfreude am Friesenstrand

Abschließend kann aber gesagt werden, dass für die Zielgruppe: Familien mit Kindern und Babys alles richtig gemacht worden ist. Die Spielgeräte sind modern und werden immer gewartet, die WC Anlagen und die Gastronomie bieten alles was man braucht. Bedenkt man, dass hier vieles am Ende der Saison wieder abgebaut werden muss, weil der „blanke Hans“ mit seinen Herbststürmen sonst alles wegreißen würde, dann bietet die Gemeinde Butjadingen schon richtig viel.

Wie der Friesenstrand mit seinen Spielgeräten sonst noch so aussieht, können Sie hier sehen:

Bilder vom Friesenstrand